Der TSV Landsberg absolviert nach der Corona-Pause die ersten beiden Testspiele. Die Ergebnisse sind so unwichtig wie noch nie. Und an einige Bedingungen müssen sich alle erst einmal gewöhnen

Kein gemeinsamer Torjubel, kein Einlaufen und Shakehands vor dem Anstoß, kein Spielerkreis nach dem Abpfiff und keine Zuschauer – die ersten Testspiele des TSV Landsberg nach der Corona-Zwangspause waren schon eigenartig. „Egal, Hauptsache, wir können wieder kicken“, kommentiert TSV-Neuzugang Moritz Nebel die Situation. Und dennoch: Die Vorschriften machen es nicht leicht für die Fußballer.

Auf dem Spielfeld ist es vorbei mit Abstand halten: Zwei Testspiele haben die Landsberger (schwarze Trikots) bereits absolviert. Nach einem Sieg gegen Denklingen am Freitag, gab es gegen den FCA II am Samstag eine Niederlage. Doch die Ergebnisse waren absolute Nebensache. Bild: Julian Leitenstorfer

Am Freitagabend, beim ersten Testspiel gegen Denklingen, das die Landsberger mit 5: 1 gewannen, musste man noch ungeduscht wieder nach Hause fahren. „Für die, die in Landsberg und Umgebung wohnen, geht es“, sagt Charly Fülla. Schlimmer sei es da schon für Spieler, die weiter weg wohnen, wie Neuzugang Sebastian Schmeiser. „Er muss so verschwitzt noch nach München.“

Das hatte sich am Samstag geändert: Erstmals durften die Kabinen wieder benutzt werden. Betreuerin Benita Sanktjohanser hatte sich viel Mühe gegeben: An jedem Platz hängt ein Bild des Spielers – natürlich mit dem geforderten Sicherheitsabstand zum nächsten. Dass man auf dem Platz mit Körperkontakt spielt, jedoch in der Kabine Abstand halten muss, wundert sie schon etwas. „Aber das sind eben die Vorschriften und alles ist leichter zu ertragen als ein erneuter Lockdown“, achtet sie darauf, dass es keine Verstöße gibt.

Beispielsweise mit Abstand in die Kabine gehen und vorher die Hände desinfizieren, oder die Trinkflaschen mit Namen. „Aber die Jungs machen mir das sehr leicht“, erzählt sie. Bloß keine Pause mehr: „Mir haben die Jungs gefehlt und den Jungs der Ball.“ Wie sehr diese Spiele gefehlt haben, hat auch der neue Trainer der Landsberger, Edgar Weiler, gemerkt. „Als es am Dienstag erst geheißen hat, wir dürfen nicht spielen, war die Enttäuschung riesig. Als dann am Mittwoch das Okay gekommen ist, haben bei allen die Augen geleuchtet, auch bei mir. Da wurden wir alle wieder zum Kind“, sagt der 31-Jährige. Auch wenn es noch viele Vorschriften gebe: Wichtig sei nur, dass man wieder spielen könne.

Das hat eigentlich auch Manuel Wolf so gesehen, doch der TSVler verletzte sich am Freitag beim Aufwärmen. „Das ist natürlich äußerst ärgerlich. Jetzt musste man so lange pausieren – und dann das. Aber eine Verletzung kommt eigentlich immer zum falschen Zeitpunkt.“ Mit Verdacht auf Außenbandriss war er damit einer der wenigen Zuschauer bei diesen zwei Spielen – denn die sind noch nicht erlaubt. „Das ist schon komisch. Bei Freundschaftsspielen geht es noch, aber wenn die Punktspiele losgehen, wäre es wichtiger, da die Zuschauer mehr Emotionen auf den Platz bringen.“

Bis dahin wird es aber noch dauern – vorerst sind keine Zuschauer bei den Partien erlaubt. Dabei hätten diese am Freitag ein munteres Spiel gesehen zwischen Landsberg und Denklingen: Der VfL spielte vor allem in der ersten Halbzeit prima mit und wurde dafür mit dem Ehrentreffer durch Dominik Karg belohnt, für Landsberg trafen Salemovic, Holdenrieder, Baumann, Hennebach (plus ein Eigentor).

Gegen den FC Augsburg II spielten die Landsberger in der ersten Halbzeit auch sehr ordentlich mit. Trotzdem lagen die Gäste zur Pause mit 2: 0 in Führung. Im zweiten Abschnitt ließ dann bei der Mannschaft von Coach Edgar Weiler sichtlich die Kraft nach. Die Chancen wurden weniger und Augsburg erhöhte noch auf den 4: 0-Endstand. Insgesamt war Weiler dennoch zufrieden und unter den gegebenen Umständen zählte sowieso nur eines: Es wird wieder Fußball gespielt.

Dieser Artikel wurde vom Landsberger Tagblatt zur Verfügung gestellt:
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