Die Suche nach einem Nachfolger für Hermann Rietzler gestaltet sich für den Bayernligisten TSV Landsberg scheinbar schwieriger als geplant. Was Kapitän Sebastian Bonfert dazu sagt.

Schon seit dem dritten Spieltag in der Bayernliga Süd brodelt es bei den Fußballern des TSV Landsberg: Erst wird vereinsintern die Qualität des Kaders infrage gestellt, dann schmeißt Trainer Hermann Rietzler das Handtuch und jetzt zieht sich die Neuverpflichtung seines Nachfolgers – entgegen der ersten Ankündigung – hin. Eigentlich sollte schon vergangenen Mittwoch der Nachfolger von Rietzler präsentiert werden, jetzt ist der nächste – voraussichtliche – Termin für die Verpflichtung der Montag.

Landsbergs Kapitän Sebastian Bonfert (rechts, mit Lukas Göttle) sieht der Trainerentscheidung gelassen entgegen. Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Angeblich waren zwei Kandidaten schon da

Als Hermann Rietzler nach der Niederlage in Kirchanschöring am 17. August seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, schien der TSV Landsberg gut darauf vorbereitet zu sein: Pressesprecher Patrick Freutsmiedl hatte erklärt, dass man drei, vier Kandidaten habe, die verfügbar wären. Wobei das Finanzielle noch abgeklärt werden müsse. Es wurde auch gemunkelt, dass zwei mögliche Trainer bereits beim Pokalspiel am vergangenen Dienstag im Stadion gewesen seien, womit der für Mittwoch angekündigte Abschluss realistisch erschien. Es kam anders: Aus Mittwoch wurde „im Laufe der Woche“, daraus dann Freitagabend, Samstag oder Sonntag und jetzt eben voraussichtlich Montag.

Die Mannschaft blendet die Querelen aus

Unterdessen konnte die Mannschaft, von den Querelen scheinbar unbeeindruckt, einen sensationellen 4:0-Erfolg gegen den als Spitzenreiter angereisten TSV Wasserburg feiern (wir berichteten). „Ich denke, man hat gesehen, dass wir das gut ausblenden können“, sagt Kapitän Sebastian Bonfert gegenüber dem Landsberger Tagblatt. „Es war ein perfekter Abend und wir müssen schauen, dass wir es weiter fortführen können.“ Momentan, so Bonfert, gehe es nicht darum, schön zu spielen, sondern zu punkten. Mit sieben Zählern aus acht Spielen liegen die Landsberger im unteren Tabellendrittel.

Was die Verpflichtung des neuen Trainers betrifft, ist Bonfert entspannt. Zusammen mit Florian Mayer und Rainer Storhas hat er vergangene Woche das Training geleitet und auch das Team auf die Partie gegen Wasserburg vorbereitet. „Wir drei sind auf einer Wellenlänge, was die Ausrichtung betrifft, wie wir spielen wollen“, sagt Bonfert.

Bonfert, Mayer und Storhas bereiten das Training vor

Dass diese Interimslösung zu einer Dauerlösung werden könnte, davon geht er nicht aus: „Florian hat ja schon gesagt, dass es eine Interimslösung ist. Wie es weitergeht, mache ich mir keine Gedanken. Wir bereiten jetzt das Training für die kommende Woche vor und dann schauen wir mal.“ Was den Kader betrifft, so sei dieser seiner Meinung nach breit genug und auch ausreichend besetzt. „Da gab es zuletzt einige Äußerungen, die nicht unbedingt förderlich waren“, so der TSV-Kapitän.

Vor knapp vier Wochen, eben nach der Niederlage gegen Deisenhofen, hatte TSV-Pressesprecher Patrick Freutsmiedl erklärt, dass man „nach der indiskutablen Leistung die Kaderplanung auf den Prüfstand stellen“ würde. Und dass man neue Spieler holen wolle. Von Spielern mit Regionalliga-Erfahrung war da die Rede. Tatsächlich kam in der Folgezeit Rainer Storhas, der eigentlich seine Karriere beendet hatte, wieder zurück und der 19-jährige Laurin Malici wechselte vom FC Memmingen zum TSV.

Dieser Artikel wurde vom Landsberger Tagblatt zur Verfügung gestellt:
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